| Essen, 10.
11.
(dpa) Kinder, die sich im Unterricht bewegen dürfen,
können sich besser konzentrieren als ihre Altersgenossen. Sie sind ihnen
auch körperlich überlegen. Das sind die Ergebnisse eines Projekts der
Universität/Gesamthochschule Essen und einer Essener Grundschule.
Vor drei Jahren hatten Schüler
der Hövelschule feste Tische und Stühle gegen mobile Würfel und
Schaukelsitze ohne Rückenlehne eingetauscht. "Die Kinder können ich
nicht nur besser konzentrieren, sondern sitzen auch gerader",
berichtete der Sportpädagoge Gerhard Landau von der Universität Essen am
Dienstag. Das Projekt soll nun auch an hessischen Schulen und an
Kindergärten Schule machen.
Wechselten bisher etwa zwei
Schüler der Grundschule auf das Gymnasium, waren es bei der mobilen
Klasse elf. Die verrückbaren Möbel haben damit auch für eine neue Form
des Unterrichts gesorgt. "Viele Alltagssituationen lassen sich in
einem mobilen Klassenzimmer besser umsetzen", sagte
Grundschullehrerin Monika Matthias, die die mobile Klasse drei Jahre lang
unterrichtet hat. So würden im Unterricht Märchen nachgespielt oder die
Wartehalle eines Flughafens nachgebaut. Zuerst sei der Unterricht zwar
lauter als sonst, allerdings baue die Bewegung auch innere Unruhe ab.
Die Möbel lassen sich zu einer
Bühne oder zu Sitzecken immer wieder neu zusammenstellen. Während der
Stunden können die Kinder im Schneidersitz balancieren, auf der Kante der
halbmondartigen Stühle sitzen oder darauf knien. Die Schüler seien ihren
Altersgenossen in der Körperkoordination überlegen, erklärte Landau.
Das Sitzen ohne Lehne sei gesünder für den Rücken, weil die Kinder
schneller ihr Gleichgewicht fänden. |